Allgemeinarztpraxis
Dr. med. Hannes Giffel

Moskauer Ring 2
97084 Würzburg

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Fax: (0931) 66 77 99 3

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Mo: 9-12 & 15-17 Uhr
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Notfälle
Lebensbedrohliche Notfälle
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Ärztlicher Notdienst
Tel.: 116 117

Informationen Hausarztpraxis Würzburg

Folgende ausgewählte Patienteninformationen möchten wir Ihnen vorstellen:

 

Hausarztverträge
Seit 1. März 2005 führen die ersten Krankenkassen Hausarztmodelle unterschiedlicher Zielsetzung und Regulierungen ein. Sinn ist die Unterstützung der Lotsenfunktion des Hausarztes durch das Gesundheitssystem. Diese Funktion ist nicht neu und wird von Ihnen ganz selbstverständlich im Rahmen der Besprechungen und der gemeinsamen Entscheidungsfindung des Untersuchungsablaufs in der Praxis wahrgenommen.

Vorteile für den Patienten sind nicht nur finanzielle Anreize der Krankenkassen wie die Reduzierung von Zuzahlungen. Auch neue Vorsorgeuntersuchungen konnten mit mehreren Krankenkassen vereinbart werden.

Ab Juli 2009 müssten alle Krankenkassen mit Verbänden “die mindestens 50% aller Hausärzte repräsentieren” – bei uns in Bayern ist das alleine der Bayerische Hausärzteverband – solche Verträge schließen. Mit der Einführung des Gesundheitsfonds und der neuen, um 30 % verminderten Vergütung der ärztlichen Leistungen und dem faktischen Wegfall der Vergütung von Sonderleistungen, wie auch dem Hausbesuch ist ohne den Hausarztverträgen die bayerische Hausarztpraxis nicht überlebensfähig.

Nachdem seit Mitte 2010 die meisten Krankenkassen durch diverse Boykottmaßnahmen die Anwendung des Vertrags wesentlich behinderten, mussten sie ab 2012 per Schiedsgerichtsbeschluss zur hausarztzentrierten Versorgung ihrer Patienten gezwungen werden.

Zuzahlungen
Die Praxisgebühr war nicht die einzige Zuzahlung für Patienten. Auch wem der Arzt Medikamente verschreibt, muss in die Tasche greifen. Außerdem fallen im Krankenhaus Zuzahlungen an: Das kann sich summieren und insgesamt zu einer echten Belastung für Patienten werden.

Damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, gibt es Obergrenzen für die Zuzahlung: Die jährliche Eigenbeteiligung der Versicherten darf zwei Prozent des Bruttoeinkommens nicht überschreiten. Für chronisch Kranke liegt die Obergrenze bei einem Prozent. Außerdem mindern Freibeträge für Kinder und nicht berufstätige Ehepartner das zugrunde gelegte Einkommen – das soll die Familien entlasten. In Zukunft heißt es also: Belege sammeln – vom Arzt, vom Apotheker, aus dem Krankenhaus, vom Zahnarzt … – damit können die Patienten später eine Rückerstattung beantragen. Doch Achtung: Belege von nicht erstattungsfähigen Medikamenten gelten nicht!

Neben den Obergrenzen für die Zuzahlung können Patienten außerdem über Bonusregeln der Krankenkassen Geld sparen – vorausgesetzt, ihre Kasse bietet solche an.

Ermäßigungen bei den Praxisgebühren und bei anderen Zuzahlungen können die Kassen zum Beispiel für solche Versicherte gewähren, die regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen oder auf andere Weise gesundheitsbewusst leben. Es lohnt sich, seine Krankenkasse darauf anzusprechen, welche Bonusprogramme sie für ihre Versicherten anbietet.

Praxisgebühr
Die Praxisgebühr entfällt ab 01.01.2013!

Medikamente
Grundsätzlich sind alle Medikamente, die nicht verschreibungspflichtig sind, von der Erstattung durch die Krankenkassen ausgeschlossen.
Darüber hinaus dürfen keine verschreibungspflichtigen Medikamente zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden, wenn apothekenpflichtige Medikamente mit gleichem Wirkstoffgehalt verfügbar sind: (Schmerzsalben, Schleimlöser etc.).
Dies sind gesetzliche Vorgaben, die unabhängig von Wirksamkeit und Verträglichkeit des jeweiligen Medikamentes gelten. Nur wenige Medikamente einer bestimmten Ausnahmeliste dürfen in begründeten Einzelfällen verordnet werden.
Bei fehlender Erstattungsfähigkeit erhalten Sie ein „Privatrezept” mit IHREM Wunsch-Präparat. Dieses können Sie sich ggf. von Ihrer Krankenkasse rückerstatten lassen.

Die Aut-Idem-Regel – Das Kreuz auf dem Rezept
Wie Sie sicher bemerkt haben, bekommen Sie inzwischen nur noch selten das Medikament, dass Ihnen Ihr Arzt auf dem Rezept verordnet hat. Ursache ist eine Einsparmaßnahme, die im Grunde richtig und sinnvoll ist: Der Apotheker muss eines der 3 preisgünstigsten Medikamente oder, wenn es einen Rabattvertrag gibt ein spezielles Präparat mit dem gleichen Wirkstoff abgeben. Hiermit sparen die Krankenkassen schätzungsweise mehr als eine Milliarde Euros jährlich ein.
Leider führt dieses Vorgehen bei vielen Patienten zu unerwünschten Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten.
Die Möglichkeit durch ein Kreuz auf dem Rezept den Austausch des Medikaments zu verhindern bedroht den Arzt mit einem Regress der Krankenkassen. Seine Verordnung muss wirtschaftlich sein und darf das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Andernfalls kann die Krankenkasse den Differenzbetrag vom Arzt verlangen. Der Arzt muss dann Ihr Medikament zum Teil bezahlen.

Heil- und Hilfsmittel
Seit 1. Juli 2004 gilt eine gesetzliche Heilmittelverordnung, deren Unzulänglichkeiten sich immer deutlicher zeigen.
Im sogenannten Heilmittelkatalog ist die Dauerverordnung nicht mehr definiert. Sollte eine Dauerbehandlung nötig sein, muss dies durch einen Facharzt in sechsmonatigen Abstand regelmäßig bestätigt werden. Nur dann ist eine Heilmittelverordnung als Fall außerhalb der Regelverordnung zu fixieren.

Disease Management Programm = DMP
Disease-Management-Programme sind wissenschaftlich schematisierte Behandlungsprogramme für bestimmte chronische Erkrankungen.
In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden diese Programme auch als Chronikerprogramme bezeichnet.
Mit Hilfe von Disease-Management-Programmen sollen

  • Patienten, die unter chronischen Krankheiten leiden, durch eine gut abgestimmte, kontinuierliche Betreuung und Behandlung vor Folgeerkrankungen bewahrt werden;
  • Haus- und Fachärzte sowie Krankenhäuser, Apotheken und Reha-Einrichtungen koordiniert zusammenarbeiten;
  • die Therapieschritte nach wissenschaftlich gesichertem medizinischen Wissensstand aufeinander abgestimmt sein (siehe Evidenzbasierte Medizin);
  • mittel- bis langfristig die Leistungsausgaben der Krankenkasse gesenkt werden.

DMPs gibt es z. Zt. für:
Koronare Herzkrankheit, Asthma, Chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Diabetes mellitus Typ 2, Mammakarzinom.

Allein der Anteil der Diabetiker an der Erwachsenenbevölkerung in Deutschland und Europa wird auf 7 % bis 8 % geschätzt. Entsprechend zielen die begleitenden Maßnahmen der Disease-Management-Programme auf Verhaltensänderungen bei den Patienten ab – gesündere Ernährung, mehr Bewegung, Raucherentwöhnung etc.